Weißer Tee

Zubereitung des weißen Tees

Weißer Tee ist empfindlich und sollte keinesfalls mit kochendem Wasser aufgebrüht werden, was die wertvollen Inhaltsstoffe zerstören würde. Die ideale Aufgusstemperatur liegt zwischen 70 und 80 Grad Celsius. Da weißer Tee nicht nachbittert, können die Blätter in der Kanne bleiben oder für einen zweiten Aufguss benutzt werden. Ziehen lassen sollte man den Tee, je nach Geschmack, zwischen einer und fünf Minuten. Weißer Tee enthält mehr Koffein als andere Teesorten und wirkt anregend. Durch den geringen Anteil an Bitterstoffen ist er sehr magenfreundlich.

Ursprung und Sorten des weißen Tees

Seinen Namen verdankt weißer Tee der Tatsache, dass er aus den noch ungeöffneten Knospen des Teestrauchs gewonnen wird, die von einem weißen Flaum umgeben sind. Für ein Kilo weißen Tees sind 30.000 Knospen nötig. Weißer Tee ist daher einer der edelsten und teuersten Tees und wird auch als „Kaiser unter den Tees“ bezeichnet. Die Knospen werden handgepflückt und dann getrocknet, wobei lediglich zwei Prozent des Tees „fermentieren“, also die Enzyme im Tee mit Sauerstoff reagieren. Der geringe Fermentationsgrad bewirkt das zarte Aroma des Tees, der blumig und mild schmeckt, sowie seine helle Farbe.

Am bekanntesten sind die Sorten „Weiße Pfingstrose“ und die hochwertige „Silbernadel“. Diese wird nur aus in der chinesischen Provinz Fujian geernteten Knospen gewonnen, während andere Sorten auch zum Beispiel in Darjeeling, Assam oder auch Kenia produziert werden. Weißen Tee gibt es sowohl lose als auch in Teebeuteln; auch aromatisierte Varianten (beispielsweise mit dem vom Earl Grey bekannten Bergamotte-Öl) werden angeboten.

Wirkung des weißen Tees

Dem weißen Tee werden viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben, was daran liegt, dass er deutlich mehr Polyphenole enthält als schwarzer und auch grüner Tee. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die das Immunsystem stärken und „freie Radikale“, also zellschädigende Stoffe, bekämpfen sollen. Angeblich soll weißer Tee den Fettabbau in den Zellen fördern – dies ist wissenschaftlich bislang jedoch noch ebenso wenig belegt wie sein blutdrucksenkender Effekt, der ihm allerdings schon im vorchristlichen China nachgesagt wurde. Langfristige Studien zur Wirksamkeit weißen Tees bei vielen Erkrankungen, von Diabetes über Grauen Star bis hin zu Krebs, stehen noch aus. Aber so gesund und bekömmlich weißer Tee auch sein mag: Unsterblich, wie im alten China angenommen, macht er leider sicher nicht.