Vitamine

"Fünf mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse" diktiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. "Wie soll man das denn schaffen", ist die Reaktion der meisten Durchschitts-Esser angesichts dieser Herausforderung. Man kann doch auch einfach ein paar Vitamintabletten oder Pulver nehmen und schon ist der Haushalt wieder in Ordnung, oder? So einfach ist es aber leider nicht

 

Die Liste, mit den täglich notwendigen Nährstoffen ist lang. Dabei fallen Vitamine eigentlich gar nicht unter diesen Oberbegriff. Sie liefern selbst keine Energie und werden nicht zum Aufbau von Körpersubstanz genutzt. Aber ohne Vitamine läuft trotzdem nichts - denn erst die sorgen dafür, dass die Nährstoffe in Energie umgewandelt werden.

Vitamine halten den Körper am Laufen

Obstverächter bleiben nicht viele Argumente - denn nach neuesten Erkenntnissen sind Vitamine und ähnliche Substanzen sogar noch wichtiger als bisher vermutet. Denn es stecken mehr als tausend biologisch aktive Substanzen in pflanzlichen Lebensmitteln - und die Mehrzahl dieser unbekannten Stoffe und was sie mit unserem Körper machen, ist noch gar nicht erforscht.

Wissenschaftler wissen aber bereits, dass schon kleinste Mengen von Vitaminen aus der B-Gruppe, außerdem die Kollegen H (Biotin) und K den Zellstoffwechsel ermöglichen. Gibt’s von denen wegen einseitiger Ernährung also zu wenig, wird der Abbau von Stoffen in den Zellen gestört. Und auch für den Ablauf des Energiestoffwechsels sind sie unabdingbar.

Das kleine Alphabet der Vitamine

Bekannt sind den meisten Menschen die Vitamine A, C, D und E. Aber wofür waren die nochmal gut? A sorgt bekanntlich für scharfe Augen. Außerdem regelt A unter anderem die Zellteilung und die Entwicklung von Gewebe, spielt ein wichtige Rolle bei der Fortpflanzung und sichert die normale Entwicklung von Embryos. Lieferanten des Stoffes sind z.B. Leber, Grünkohl, Fisch, Milchprodukte und Karotten - zwei von denen decken übrigens schon den Tagesbedarf.

Der Kollege C ist eine Stressbremse und hat eine wichtige Funktion für den ganzen Stoffwechsel. So beeinflusst das Vitamin den Abbau von Kohlenhydraten und Fetten, außerdem ist es an der Bildung von Wachstums-, Stress- und Sexualhormonen beteiligt. Auch dieser Stoff ist in Fisch vorhanden, in Fleisch, Getreide, Pilzen, Nüssen und grünem Gemüse. 6 mg sollten es idealerweise täglich sein.

Bekannt unter dem Begriff Vitamin D, ist der Stoff ist eigentlich mehr Hormon als Vitamin. Er wird vom menschlichen Körper selbst produziert und kann nicht gut über Nahrung aufgenommen werden. Dafür ist Sonneneinstrahlung für die Produktion wesentlich. E schließlich gilt als Killer von freien Radikalen. Der Stoff wirkt antioxidant, schützt vor Gefäßverkalkung, Zuckerkrankheit und Gelenkentzündungen.

Vitamintabletten sind für die Katz

Aber muss man wirklich den ganzen Tag Obst und Gemüse essen, um an die wertvollen Stoffe zu kommen? Jüngste Untersuchungen zeigen leider, dass Vitamintabletten im besten Falle wirkungslos bleiben, im schlechtesten Falle sorgen sie dafür, dass das Risiko steigt, an Krebs und anderen Leiden zu erkranken. Frisches muss also wirklich sein. Andererseits kann man zur Erleichterung von Gemüsemuffeln feststellen, dass die Deutschen nicht unter einem erheblichen Vitaminmangel leiden. Die Vitaminversorgung der meisten Bundesbürger kann sogar als gut gelten. Das heißt aber noch lange nicht, dass viel Junkfood ungefährlich ist - Vitaminmangel kann auch durch einseitige Ernährung ausgelöst werden.

Den Tag also gleich mit einer Portion Ost zu beginnen, ist immer eine gute Idee - egal ob im Stück oder in Form von frischem Saft. Immer beliebter wird auch die gepresste Variante, in Form eines sogenannten Smoothie oder als Fruchtbrei auf dem Joghurt. Wer eine Küchenmaschine hat, kann die Leckerei einfach mit einem Fruchtpressenvorsatz herstellen. So mögen es dann meist auch Obstverächter und Gemüsemuffel.