Schokoladensucht – gibt es die wirklich?
Man kann nach vielen Dingen süchtig sein, eigentlich nach so ziemlich allem. Die Behauptung, nach Schokolade süchtig zu sein, nimmt man nicht selten aus seinem Umfeld auf. Hat man es dann mit einer bedauernswerten suchtkranken Person zu tun oder handelt es sich nur um einen losen Spruch, zum Beispiel, um einen übermäßigen Süßigkeitenkonsum zu rechtfertigen, der eigentlich bloß purer Hedonismus ist?
Schokolade enthält ja tatsächlich psychoaktive Substanzen, doch ließe sich eine etwaige Sucht nach der Nascherei durch sie erklären? Wohl kaum, denn diese psychoaktiven Stoffe sind in dem braunen Naschwerk nur in so geringer Konzentration vorhanden, dass niemand soviel von ihr verzehren könnte, um in einen High-Zustand und andere Sphären zu gelangen. Trotzdem liefert sie andere Stoffe in konzentrierter Form, die der Körper braucht, nämlich: Fett und Kohlenhydrate. Deswegen schmeckt sie uns vermutlich auch so gut. Doch die durch sie heraufbeschworene Glücklichkeit liegt wohl tatsächlich vornehmlich an der Programmierung unseres Körpers, Fettiges und Energielieferanten zu mögen. Doch da ungenutzte Kohlenhydrate, die für den Menschen wichtig sind, zu Körperfett führen, sollte man die Schokoprodukte nur in Maßen genießen und das sind meist kleinere Dosen, als man sich eigentlich gerne gestatten würde. Menschen, die zu sehr auf ihre Linie achten, nerven allerdings auch kolossal, zumal nicht jede und jeder besser aussieht, je schlanker er oder sie ist. Viele wissen Rundungen zu schätzen, und selbst wer eine Vorliebe für Hungerhaken hat, muss einräumen, dass ein entspannter Mensch mit unverkrampftem Essverhalten eine angenehmere Begleitung ist, als jemand, der verkrampft auf die schlanke Linie Acht gibt und immer nur Salat isst und Wasser trinkt.
Was ist nun Schokoladensucht? Und was tut man gegen sie?
Eine wirkliche Schokoladensucht liegt sicherlich bei den wenigsten vor, auch wenn viele Menschen zu viel naschen und dabei Schokolade unter all den süßen Leckereien vorziehen. Die meisten anderen Süßigkeiten würden allerdings auch ihr Bedürfnis stillen – es handelt sich also um keine spezifische Schokoladensucht, sondern viel eher um eine diffuse Süßigkeitensucht. Wenn man dennoch den Verdacht hat, eine amtliche Schokosucht mit sich herum zu tragen, der gehe am besten zum Arzt, klage ihm sein Leid und lasse sich von ihm beraten. Oder man steuert sein Essverhalten, indem man sich nur eine bestimmte Menge gestattet und den jeweiligen tatsächlichen Verzehr in seinen Wandkalender einträgt und somit gewissermaßen Buch führt. Oder man versucht es, indem man die Schokolade absetzt, die man eh zur Bewältigung der Langeweile instrumentalisiert und fuchst sich in ein neues Thema rein. Zum Beispiel in ein Grafikprogramm oder irgend etwas anderes, das die eigene Aktivität fördert und fordert.