Der Kakao und seine Geschichte<

Den Kakao oder die heiße Schokolade kennt wohl jeder, das Getränk braucht nicht näher vorgestellt werden. Egal ob als Kalt- oder Heißgetränk, Kakao ist nicht nur bei Kindern ein beliebtes Getränk, sondern wird genauso gerne von Erwachsenen konsumiert. In diesem Beitrag wollen wir die Herkunft des Kakaos, seine Geschichte sowie seine frühere Bedeutung näher vorstellen.

 

Der Ursprung des Kakaos, beziehungsweise der Kakaopflanze, stammt aus Südamerika, von dort aus verbreitete sich die Pflanze fast auf den ganzen amerikanischen Kontinent. Vor allem die indigenen Völker in Mittelamerika kultivierten die Kakaopflanze in großem Stil und verwendeten Kakaoprodukte als Nahrung, Heilmittel oder auch für religiöse Zwecke. Auch ein Vorläufer eines Fotopuzzle mit abgebildeten Kakaobohnen wurde gefunden, es dürfte als Spielzeug für Kinder gedient haben. Doch nicht nur fürs Puzzle erstellen war die Kakaobohne beliebt.

Historisch erwiesen ist, dass die Kakaopflanze, beziehungsweise ihre Weiterverarbeitung, ab dem Jahr 1100 vor Christus bei den Azteken begann. In der Kultur der Azteken war die Kakaopflanze heilig, sie wurde als Geschenk des Gottes Quetzalcoatl angesehen und dementsprechend verehrt. Die Kakaobohnen, die aus der Pflanze gewonnen wurden, wurden nicht nur für religiöse Riten - etwa als Opfergabe für Quetzalcoatl verwendet - sondern waren gleichzeitig Zahlungsmittel und Grundstoff für einen im ganzen Aztekenreich beliebten Trank, der allerdings mit dem heutigen Kakaogetränk nur mehr wenig gemein hat.

Der Trank war eine Mischung aus Wasser, Kakaobohnen, Mais, Vanille, Pfeffer und Salz. Die spanischen Eroberer, die die Aztekenherrscher besiegten, merkten schnell, dass die Kakaopflanze auch in Europa großen Anklang finden würde. Sie beschlagnahmten die gewaltige Menge von 25 Millionen Kilo Kakaobohnen, die die früheren Aztekenkönige zur Absicherung der Währung gehortet hatten. Wie bedeutend die Kakaobohnen für die Aztekenkultur waren, zeigt auch die Tatsache, dass ein Sklave damals circa 100 Kakaobohnen wert war.

In Europa war das Kakaogetränk schnell sehr beliebt- allerdings nicht in der Form, wie es die Azteken zu sich nahmen - sondern in der gleichen Form, wie wir es heute noch tun. Dies führte dazu, dass Kakao auch in Europa bald ein bedeutendes Handelsgut wurde und der Anbau der Kakaopflanze in den europäischen Kolonien immer wichtiger wurde. Riesige Kakaoplantagen wurden in Südamerika und Afrika (wo die Kakaopflanze auch sehr gut gedieh) angelegt, hunderttausende Sklaven mussten für den Kakaogenuss der Europäer täglich schuften.

Im 18. Jahrhundert wurde der Anbau der Kakaopflanze auch auf die Karibik ausgeweitet, im 19. Jahrhundert war schließlich die portugiesische Kolonie Sao Tome und Principe der größte Kakaoproduzent der Welt. Die Sklaverei war zwischenzeitlich abgeschafft worden. Als jedoch Berichte aus Sao Tome und Principe Europa und die USA erreichten, wonach dort noch immer sklavenähnliche Bedingungen herrschen, wurde Kakao aus der Region boykottiert. Dies führte schließlich zu einer Besserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der ehemaligen Sklaven, die von nun an endlich unter menschenwürdigen Bedingungen leben und arbeiten konnten.